Arztpraxen

Hausärzte und andere niedergelassene Mediziner sind ebenfalls zunehmend mit dem Problem multiresistenter Erreger konfrontiert. Patienten, bei denen im Rahmen eines Klinikaufenthaltes eine MRE-Besiedlung nachgewiesen wurde, können in den wenigsten Fällen bereits im Krankenhaus „saniert“ werden. Zum einen dauert eine vollständige MRSA-Sanierung etwa 15 Tage, bei einer durchschnittlichen Liegedauer von 6 – 8 Tagen muss die Sanierung daher unter der Regie der niedergelassenen Kollegen zu Ende geführt werden. Zum anderen ist die Erfolgsrate der Sanierung ungleich höher, wenn  sanierungshemmende Faktoren (z.B. Katheter, Wunden, Antibiotikaeinnahme), die im Krankenhaus häufig vorhanden sind, wegfallen. Der ambulanten Weiterbetreuung und Behandlung durch die Hausärzte kommt somit eine essentielle Rolle zu.

Weiterhin sollten Hausärzte und andere niedergelassene Ärzte, wie z.B. Urologen oder HNO-Ärzte durch „klugen“ Antibiotikaeinsatz einer weiteren Verschärfung der Resistenzbildung von Keimen entgegen wirken. Hausärzte stellen den Dreh- und Angelpunkt zwischen Pflegeheimen und Krankenhäusern dar und sind somit ein wichtiges Bindeglied in der Netzwerkarbeit.

Über Herrn Dr. Weckbecker als Lehrbeauftragtem für Allgemeinmedizin des Universitätsklinikums Bonn wurde eine Kooperation mit der Lehrabteilung Allgemeinmedizin (http://www.allgemeinmedizin.uni-bonn.de/) angestoßen, die Fortbildungen zum Thema MRE und Antibiotika für niedergelassene Ärzte zum Ziel haben soll.