mre-netz regio rhein-ahr
Universität Bonn    Universitätsklinikum Bonn

Alte, neue und seltene Erreger im Blick

10.09.2026
Schwerpunktveranstaltung 2026 des mre-netz regio rhein-ahr widmet sich dem Ausbruchs- und Hygienemanagement Bonn, 10. September 2026 – Wie lassen sich Ausbrüche mit alten, neuen oder seltenen Krankheitserregern früh erkennen und sicher beherrschen? Diese Frage stand im Mittelpunkt der diesjährigen sektorenübergreifenden Schwerpunktveranstaltung des mre-netz regio rhein-ahr am Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit (IHPH) des Universitätsklinikum Bonn (UKB). Unter dem Schwerpunktthema „Ausbruchs- und Hygienemanagement“ tauschten sich Fachleute aus Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und weiteren Bereichen des Gesundheitswesens über aktuelle Herausforderungen und praktische Lösungen aus. Ein Schwerpunkt lag auf Candidozyma auris. Der Hefepilz kann in medizinischen Einrichtungen zu schwer beherrschbaren Ausbruchsgeschehen führen. Prof. Dr. med. Nico T. Mutters vom IHPH und Dr. Marvin Rausch vom Verbund für Angewandte Hygiene (VAH) stellten neue Erkenntnisse zum Umgang mit C. auris, wie Screeningstrategien und geeignete Desinfektionsmittel, vor. „Candidozyma auris ist ein noch vergleichsweise neuer Erreger, der die Krankenhaushygiene vor besondere Herausforderungen stellt. Seine hohe Umweltpersistenz und die eingeschränkte Empfindlichkeit gegenüber einzelnen Antimykotika zeigen, wie wichtig konsequente Basishygienemaßnahmen und insbesondere eine sorgfältige Händehygiene sind. Durch die konsequente Umsetzung bewährter Hygienemaßnahmen können wir seine Weiterverbreitung in Gesundheitseinrichtungen wirksam verhindern“, betont Prof. Mutters. Wie wichtig ein strukturiertes Vorgehen auch bei anderen übertragbaren Erkrankungen ist, zeigte Dr. med. Edith Fischnaller von den GFO-Kliniken am Beispiel eines Skabies-Ausbruchs. Skabies, umgangssprachlich Krätze, kann sich in Gemeinschafts- und Gesundheitseinrichtungen rasch verbreiten. Entscheidend sind deshalb ein frühes Erkennen, klare Abläufe und Verantwortlichkeiten sowie konsequent umgesetzte Hygienemaßnahmen. Einen Blick in einen besonders geschützten Bereich der Infektionsforschung gab Dr. Susann Kummer vom Robert Koch-Institut: Sie vermittelte praktische Einblicke in die Arbeit eines S4-Labors, der höchsten biologischen Sicherheitsstufe, und zeigte, welche Sicherheitsmaßnahmen beim Umgang mit besonders gefährlichen Erregern notwendig sind. Weiterhin gab sie einen spannenden Einblick in aktuelle Forschungsergebnisse mit Organoiden, die Tierversuche reduzieren und teilweise ersetzen sollen. Die jährlich stattfindenden Schwerpunktveranstaltungen des mre-netz regio rhein-ahr dienen der Fortbildung und dem sektorenübergreifenden Austausch zu aktuellen Themen des Infektionsschutzes. Die Veranstaltung 2026 fand hybrid statt und endete mit einem gemeinsamen Austausch und Netzwerken der Teilnehmenden. Weitere Informationen mre-netz regio rhein-ahr: https://www.mre-rhein-ahr.net/